Sinn Spezialuhren GmbH ●
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Technik - ABC

Abfallfehler

Asymmetrisches Schwingen der Unruh

Die Drehschwingung einer Unruh kann mit Hilfe des Drehwinkels beschrieben werden. Steht die Uhr still, so definiert die Position der Unruh dort ihre Nulllage. Unter einem (stets vorhandenen) Abfallfehler versteht man den Sachverhalt, daß die Drehschwingung nicht in allen Prüflagen ganz symmetrisch um die Nulllage herum ausgeführt wird, das heißt die Unruh schwingt nicht in beide Richtungen gleich weit. Diese Asymmetrie kann auf einer Zeitwaage sichtbar gemacht werden. Der Abfallfehler wird in Millisekunden (ms) gemessen. Sinn läßt einen Abfallfehler nur bis max. 0,7 ms zu. Hochwertige Uhren besitzen eine besondere Vorrichtung für die Einstellung des Abfalls.

Acrylglas

Glasartiges Produkt aus Polyacrylestern.

Es verfügt über eine hohe Bruchsicherheit, ist korrosions- und witterungsbeständig. Kleine Kratzer können leicht herauspoliert werden.

amagnetisch

Für Magnetfeldeinflüsse bis zu einer bestimmten Stärke unempfindlich.

Genaugenommen gibt es keine Materie, die nicht in Wechselwirkung mit Magnetfeldern treten kann. Als amagnetisch oder unmagnetisch bezeichnet man Werkstoffe oder Gegenstände, die auf magnetische Felder so geringfügig reagieren, daß man empfindliche Meßinstrumente benötigt, um überhaupt eine Wirkung nachzuweisen. Für alle praktischen Zwecke sind z.B. Werkstoffe wie Glas oder auch manche Stahlsorten als amagnetisch einzustufen.

Amplitude

Schwingungsweite.

Der maximale Drehwinkel der Unruh zwischen der Gleichgewichtslage und einem der Umkehrpunkte der Schwingung heißt Amplitude. Die gemittelten Amplitudenwerte der heute verbreiteten Armbanduhrenwerke liegen bei ca. 250° bis 300°. Mit zunehmender Alterung der Öle sinkt dieser Wert allmählich ab.

Die DIAPAL-Technik greift dieses Problem an der Wurzel, indem hier prinzipiell auf Öl verzichtet werden kann.

antimagnetisch

Antimagnetisch nennt man Vorrichtungen oder Geräte, deren Funktion durch geeignete Materialwahl und / oder Abschirmmaßnahmen vor Störungen durch Magnetfelder bis zu einer angegebenen Stärke geschützt sind.

antimagnetische Uhren

Uhren, die unter Magnetfeldeinfluß (siehe Magnetismus) bestimmter Stärke nicht stehen bleiben und deren Gangveränderungen bestimmte Grenzen nach einem Magnetfeldeinfluß nicht überschreiten, dürfen nach DIN antimagnetisch genannt werden.

Gemäß der DIN-Richtlinie 8309 gelten mechanische Kleinuhren (Werkdurchmesser größer 20 mm) dann als antimagnetisch, wenn die Gangveränderung der Uhr nach einem Magnetfeldeinfluß der Stärke von 4.800 A/m (entspricht 6 mT) nicht mehr als +/- 30 Sekunden pro Tag beträgt. Während die Uhr einem Magnetfeld dieser Stärke ausgesetzt ist, darf sie außerdem nicht stehen bleiben.

Der Grund dafür, daß mechanische Uhren auf Magnetfelder ansprechen, liegt hauptsächlich in der Verwendung temperaturkompensierender Spiralfedern (siehe Nivarox). Bei Sinn bieten wir bei einigen Modellen einen zusätzlichen Magnetfeldschutz an, der bis zu einer Feldstärke von 80.000 A/m hinreichend abschirmt. Dies übertrifft die DIN-Vorschrift um mehr als das sechzehnfache.

Ar ®

Sinn-Markenzeichen: Kennzeichnet Uhren, die mit der Ar-Trockenhaltetechnik ausgestattet sind.

Ar-Trockenhaltetechnik

Sinn-Technologie zur Reduzierung der Alterungsprozesse im Inneren der Uhr.

Bar

Physikalische Einheit des Drucks, d. h. der Kraft pro Fläche.

1 bar entspricht etwa dem durchschnittlichen atmosphärischen Luftdruck auf Höhe des Meeresspiegels. Pro 10 m Wassertiefe herrschen zusätzlich zum atmosphärischen Luftdruck ca. 1 bar (hydrostatischer) Wasserdruck. Eine Uhr wird damit pro 10 m Tauchtiefe einem Überdruck von einem bar ausgesetzt (siehe auch Druckfestigkeit bzw. Wasserdichtigkeit).

Chronograph

Unter einem Chronographen versteht man eine Uhr mit Stopp-Mechanismus, mit dessen Hilfe die Dauer eines Vorgangs gemessen werden kann.

Chronometerqualität

Uhrwerktechnische Voraussetzung für die Erfüllung der Chronometernorm.

Als Chronometer werden Uhren bzw. Werke bezeichnet, deren besonders präzises Gangverhalten durch ein amtliches Zeugnis bestätigt wird. Chronometerwerke müssen mit einer Seriennummer versehen sein, damit eine eindeutige Zuordnung von Zeugnis und Werk möglich ist. Die Chronometerprüfungen werden zur Zeit fast ausschließlich von der C.O.S.C. (Contrôle Officiel des Chronomètres, ein unabhängiger und gemeinnütziger Verein in der Schweiz) durchgeführt und dokumentiert. In jüngster Zeit bietet auch das Landesamt für Meß- und Eichwesen Thüringen in Glashütte als Akkreditierstelle des Deutschen Kalibierdienstes in Deutschland Chronometerprüfungen an.

Die Chronometerqualität eines mechanischen Uhrwerks wird zum Teil durch besondere Verarbeitungsqualitäten bestimmter Uhrwerkkomponenten, zum Teil durch aufwendige Regulation der Uhr hergestellt. Für Sinn-Uhren verwenden wir die jeweils höchste Ausführungssqualität der schweizer Werkehersteller. Solche Werke können prinzipiell als Chronometer einreguliert werden. Auf Wunsch werden unsere Uhren feinreguliert, d.h. in Chronometerqualität aber ohne Zeugnis ausgeliefert. Wir bieten Chronometerzeugnisse wegen des unverhältnismäßig hohen Aufpreises in der Regel nur auf Anfrage an.

Die Anforderungen an ein mechanisches Chronometerwerk beziehen sich auf mehrere Aspekte seines Gangverhaltens: auf die Lageabhängigkeit des Gangs, auf die Stabilität des Gangs in jeder einzelnen Lage und auf die Temperaturabhängigkeit des Gangs. Für mechanische Werke liegt hierfür eine internationale Norm (ISO 3159) vor, die mit nationalen Normensystemen deckungsgleich ist (DIN 8319, Teil 1 und NIHS 95-11).

Da der Gang einer mechanischen Uhr im allgemeinen von der räumlichen Orientierung im Schwerefeld der Erde abhängt, unterscheidet man zunächst fünf Prüflagen, in denen der Gang jeweils beobachtet wird (wie zum Beispiel „Zifferblatt oben“ und „Zifferblatt unten“). Der Mittelwert aus den Gangwerten, die in den fünf Prüflagen gemessen werden, darf bei Zimmertemperatur (23°C) in einem Bereich zwischen –4 und +6 Sekunden pro Tag (24 Stunden) liegen.

Diese Norm ist für sich genommen noch wenig anspruchsvoll und vermutlich mit jedem modernen Großserienkaliber erfüllbar. Ein Chronometerwerk muß jedoch darüber hinaus diesen Mittelwert erreichen, ohne zwischen den einzelnen Lagen größere Gangunterschiede aufzuweisen. Der größte Gangunterschied zwischen hängender und liegender Lage (genauer: zwischen „Krone links“ und „Zifferblatt oben“) darf nicht mehr als –6 bis +8 Sekunden pro Tag betragen. Für die übrigen Lagen gilt: Jeder einzelne Lagenwert darf sich vom Mittelwert aus allen fünf Lagen nicht mehr als 10 Sekunden pro Tag unterscheiden.

Weitere Forderungen werden an die Stabilität des Gangs in jeder einzelnen Prüflage gestellt. In ein und derselben Lage darf die Uhr (bei konstanter Temperatur von 23 °C) nicht mehr als 5 Sekunden pro Tag abweichen. Der Mittelwert der Abweichungen, die in den einzelnen Prüflagen beobachtet werden können, muß darüber hinaus kleiner sein als 2 Sekunden pro Tag.

Wichtige Forderungen richten sich auch auf die Temperaturabhängigkeit des Gangs. Man testet den Gang der Uhr in einem Bereich von 8 °C bis 38 °C. Die Abweichung pro Grad Celsius und Tag darf nicht mehr als +/– 0,6 Sekunden betragen. Schließlich wird überprüft, wie die Uhr nach der Temperaturänderung ihren Gang bei 23 °C wieder aufnimmt. In einer ausgewählten Prüflage darf sich dieser Gang vom vor der Temperaturfahrt gemessenen mittleren Gang in dieser Lage nicht mehr als +/– 5 Sekunden pro Tag unterscheiden.

Bei Chronographenwerken wird zusätzlich der Gangunterschied bei mitlaufender und ausgeschalteter Stoppfunktion überprüft.

Alle Gangmessungen werden ohne Zeitwaage durchgeführt, d. h. es wird nach jeweils 24 Stunden auf einem Prüfzifferblatt die Uhrzeit direkt abgelesen. Die gesamte Chronometerprüfung nimmt 15 Tage in Anspruch.

Für Quarz-Chronometer liegt eine internationale Norm (ISO) bisher nicht vor. Die Anforderungen des schweizer und des deutschen Normensystems (siehe etwa DIN-Norm 8319, Teil 2 von 1978) sind mittlerweile durch die technischen Möglichkeiten der Serienproduktion überholt. Die Schweizer Prüfstelle C.O.S.C. hat aus diesem Grund im Jahre 2001 für die eigene Prüfpraxis neue Kriterien formuliert, die verschärfte Anforderungen an ein Quarz-Chronometerwerk stellen. Die Prüfkriterien sind so ausgelegt, daß Quarzwerke ohne eine spezielle Temperaturkompensation die Prüfung nicht bestehen können. Der tägliche mittlere Gang bei 23 °C muß diesen Kriterien zufolge bei einem Quarz-Chronometer zwischen +/– 0,07 Sekunden pro Tag liegen, bei 8 °C sowie 38 °C im Intervall von +/– 0,20 Sekunden pro Tag. Die Stabilität des Gangs bei fester Temperatur wird auf 0,05 Sekunden begrenzt. Die Prüfdauer erstreckt sich auf insgesamt 12 Tage.

Ein Quarz-Chronometer ist aufgrund seiner Temperaturkompensation etwa zwanzigmal genauer als ein auf Raumtemperatur reguliertes hochwertiges Quarzwerk und stellt das zur Zeit genauste autonom laufende Armbanduhrwerk dar. Wir verwenden in unseren Uhren der Modellreihe UX das thermokompensierte ETA-Werk 955.652 mit einer Quarzfrequenz von etwas über 32 kHz. Quarzwerke, die eine noch höhere Ganggenauigkeit besitzen, sind zwar in Form von Mega-Hertz-Schwingern technisch möglich, wurden aber wegen des hohen Stromverbrauchs und der hohen Herstellungskosten nur vorübergehend und in geringen Stückzahlen hergestellt.

D3-Drücker-Technologie

Auf dem Gebiet der Gehäusequalität hat Sinn in Form einer neuen Drückertechnologie eine uhrentechnische Innovation vorzuweisen. Beginnend bei der zweiten Serie unseres Modells 756 kommt eine direkt und doppelt dichtende Drückerkonstruktion zum Einsatz, bei der auf den sonst üblichen Drückertubus verzichtet werden kann. Der Vorteil gegenüber der konventionellen Konstruktion liegt vor allem im Wegfall des Tubus und damit der Tubusdichtungen, die eine zusätzliche Quelle für Gasdiffusion zwischen dem Gehäuseinneren und der Umgebung sowie ein zusätzliches Wasserdichtigkeitsrisiko darstellen.

Der Drückerstift wird bei der D3-Konstruktion direkt in einer feingeschlichteten und tegimentierten Gehäusebohrung geführt. Eine Langzeitschmierung versorgt die auf dem Drückerstift verbleibenden, zweifach dichtenden Ringe aus Viton® mit einem speziellen chemisch beständigen und feuchtigkeitsunempfindlichen Schmiermittel.

Die gehäuseintegrierte Führung liefert zugleich einen Drückerschutz. Der Drückerkopf ist zu diesem Zweck bereits in der Ausgangsstellung teilweise in einer Ringnut versenkt, so daß seitliche Stöße auf das Gehäuse umgelenkt werden.

Schnitt durch einen D3-DrückerDrücker in der Auslöseposition (ohne Werk).

DIAPAL

Sinn-Markenzeichen zur Kennzeichnung der Uhren, die mit der DIAPAL-Technologie ausgestattet sind.

Druckfestigkeit

Die Druckfestigkeit einer wasserdichten Uhr nach DIN beschreibt die Belastung, bis zu welchem Druck eine Uhr standhält.

Bei Sinn Uhren ist die Druckfestigkeit in der Regel in Bar oder Metern Wassertiefe angegeben. 1 bar Überdruck entspricht dem statischen Druck einer Wassersäule von 10 Metern.

Edelstahl

Unter Edelstahl versteht man eine Stahlgüteklasse, welche Stähle mit sehr hohem Reinheitsgrad und eng tolerierter chemischer Zusammensetzung umfaßt.

Besonders wichtig für den Uhrenbau sind rostfreie Edelstähle, das heißt Stähle, die gegenüber Korrosion geschützt sind. U-Boot-Stahl zeichnet sich durch eine besonders hohe Seewasserbeständigkeit aus und ist von höchster amagnetischr Güte.

Einsatzzeitmesser

Einsatzzeitmesser sind rein auf die Funktion ihres Einsatzes hin entwickelte Uhren. Sie zeichnen sich immer durch hervorragende Ablesbarkeit aus. Das heißt: Die Form folgt immer der Funktion und Handhabung.

Das legendäre Modell EZM1 begründete die erfolgreiche
Reihe der Einsatzzeitmesser.

Entspiegelung

Trifft Licht auf eine Glasfläche, so findet dort eine Aufspaltung in zwei Teile statt: der eine Teil wird als Reflex zurückgeworfen, der andere geht durch das Glas hindurch. Die Reflexionen sind für die Ablesbarkeit der Uhr äußerst störend. Sie reduzieren sowohl die Lichtdurchlässigkeit des Glases als auch die Klarheit des Bildes. Lichtschleier und Reflexbilder können bei unentspiegelten Gläsern unter Umständen dominanter wirken als das eigentliche Zifferblatt.

Die Entspiegelung von Gläsern beruht im Prinzip auf einer sehr dünnen Beschichtung mit einem geeigneten durchsichtigen Fremdmaterial. Diese Schicht wird üblicherweise auf die zu entspiegelnden Gläser im Vakuum aufgedampft. Dadurch findet die gerade erwähnte Aufspaltung des Lichtes nicht nur an der Glasoberfläche, sondern zusätzlich an der Oberfläche der dünnen Entspiegelungsschicht statt. Der dort reflektierte Anteil überlagert sich mit dem vom Glas reflektierten Licht. Die Schichtdicke ist nun so bemessen, daß sich die beiden an den verschiedenen Oberflächen reflektierten Lichtanteile durch ›destruktive Interferenz‹ gegenseitig auslöschen. Destruktive Interferenz bedeutet vereinfacht gesagt, daß zwei Wellen, die so zueinander verschoben sind, daß immer der Wellenberg der einen Welle auf ein Wellental der anderen Welle trifft, sich gegenseitig auslöschen. Eine solche Verschiebung entsteht, weil das an der Glasoberfläche reflektierte Licht, bevor es zur Überlagerung kommt, einen etwas weiteren Weg zurücklegen muß als das an der Schichtoberfläche reflektierte. Voraussetzung für die Auslöschung ist außerdem, daß beide Wellen die gleiche Amplitude besitzen. Um einen Entspiegelungseffekt bei verschiedenen Wellenlängen (Farben) des Tageslichtes zu realisieren, bedarf es einer Mehrfachbeschichtung mit verschieden Schichtarten und -dicken.

Bei Sinn werden Saphirkristalldeckgläser stets beidseitig entspiegelt, um eine optimale Ablesbarkeit zu garantieren. Um die Zifferblätter farbtreu erscheinen zu lassen, werden zudem möglichst farbneutrale Entspiegelungsschichten angestrebt, die sich mit einer präzis gesteuerten Beschichtungstechnologie herstellen lassen.

Bei unseren Modellen 900, U1, U2, U1000 und UX kommt eine besonders harte und glasähnliche Anti-Reflexionsbeschichtung zum Einsatz. Sie erreicht mit 1800 bis 1900 HV nahezu die Härte von Saphirkristallglas (ca. 2000 HV) und wird mit Hilfe einer speziellen Sputtering-Technik aufgebracht. Die Reflexion wird mit dieser Technologie auf weniger als 0,5 % reduziert.

Epilam

Dünne Schicht aus einem perfluorierten Kunststoff (zum Beispiel Teflon), die auf einige Teile der Hemmung aufgetragen wird, um das Uhrenöl am Zerfließen zu hindern. Ein Epilam wirkt ölabweisend.

EZM

Sinn-Markenname für Einsatzzeitmesser.

Fliegerdrehring

Ein grundsätzlich beidseitig drehbarer, eventuell minutenweise rastender Drehring. Neben der Hauptmarkierung kann eine Minuteneinteilung im Uhrzeigersinn oder Gegenuhrzeigersinn (Count-Down- Zählung) aufgebracht sein. Ein Fliegerdrehring muß mit Handschuhen bedienbar sein.

Fliegeruhren

Im Unterschied zur Taucheruhr gibt es für die Verwendung des Ausdrucks „Fliegeruhr“ bislang keine verbindliche Regelung. Oft wird damit einfach auf eine bestimmte tradierte Zifferblattgestaltung hingewiesen. Es können zusätzliche Merkmale wie zum Beispiel ein Fliegerdrehring, Stoppzeitmessung und Rechenschieberlünette integriert sein.

Bei SINN wird für Fliegeruhren eine möglichst klare Ablesbarkeit realisiert. Außerdem müssen alle SINN-Fliegeruhren unterdrucksicher bis 0,2 bar sein. Dies entspricht einer Flughöhe von ca. 12.000 m.

GMT

Greenwich Mean Time. Die astronomisch definierte Ortszeit in Greenwich, welche als Weltzeit festgelegt wurde.

Die GMT verdankt ihre Entstehung der sogenannten Meridiankonferenz vom 1. Oktober 1884 in Washington. Damals beschlossen 25 Länder der Erde eine verbindliche Zeitzonenregelung, um vor allem dem internationalen Schiffsverkehr eine sinnvolle Hilfestellung zu geben. Seitdem ist die Welt in 24 Zeitzonen unterteilt; benachbarte Zonen unterscheiden sich (abgesehen von wenigen Ausnahmeregelungen) genau um eine Stunde. Der Nullmeridian verläuft durch Greenwich (bei London). Diese Zeitzone wurde als einheitliche Weltzeit, GMT oder Greenwich-Time definiert.

Da die einzelnen Zeitzonen als astronomische Ortszeiten definiert werden, handelt es sich bei der GMT im Unterschied zur UTC um eine astronomisch verankerte Zeit. Die Sekunde wird als der 86.400ste Bruchteil des mittleren Sonnentages festgelegt, 12.00 Uhr durch den Sonnenhöchststand. Vom Nullmeridian nach Westen und nach Osten gehend sind die Meridiane aufsteigend numeriert, bis zum 180. Längenkreis. Der 180. Längengrad trennt die beiden Tage voneinander, weshalb er Datumsgrenze genannt wird.

Faktisch hält man sich nicht an diese theoretische Zoneneinteilung. Während z. B. Rußland in mehrere Zeitzonen unterteilt ist, verwendet China nur eine einzige Zone, obwohl sich dieses Land über ca. 60 Längengrade ausdehnt. Es ist auch eine politische Entscheidung, in welcher Zeitzone ein Land liegt und ob es mehrere Zeitzonen beinhaltet.

Härte

Als Härte bezeichnet man den Widerstand, den ein Körper dem Eindringen eines anderen entgegensetzt.

Die Härte wird mit verschiedenen Verfahren gemessen, auf die mit verschiedenen Skalenbezeichnungen (Vickers, Rockwell, usw.) hingewiesen wird. Für viele Zwecke begnügte man sich früher mit der Mohsschen Härteskala. Sie ist allerdings sehr grob, da der gesamte Härtebereich auf Werte zwischen 1 bis 10 abgebildet wird. Am gebräuchlichsten sind heute die Härteprüfverfahren nach Vickers, Rockwell und Brinell. Dies sind sämtliche Eindringverfahren, bei denen ein kleiner Testkörper (z. B. eine Diamantpyramide) in die zu vermessende Oberfläche mit einer definierten Kraft eingedrückt wird. Aus der Tiefe bzw. Fläche des entstehenden Eindrucks läßt sich die Härte bestimmen.

Hemmung

Der Teilmechanismus eines Uhrwerks, der ein unkontrolliertes Ablaufen des unter Spannung stehenden Räderwerks periodisch hemmt, so daß ein gleichmäßiger Gang zustande kommt.

Zugleich liefert die Hemmung auch neue Energie an das Schwingsystem (Spiralfeder), wodurch die unvermeidlichen Reibungsverluste ausgeglichen werden. Moderne Armbanduhren enthalten in aller Regel die Schweizer Ankerhemmung (DIAPAL-Technik). Sie besteht aus dem Zusammenspiel eines Ankers mit einem Ankerrad. Das Ankerrad steht unmittelbar mit dem Sekundenrad im Eingriff, auf dessen Welle der Sekundenzeiger aufgesteckt ist. Der Anker wird von der hinund herschwingenden Unruh in ein ebenfalls gleichmäßiges Hin- und Herkippen versetzt. Dadurch greift er mit seinen Rubin-Paletten periodisch in das Ankerrad ein, blockiert seine Drehung für kurze Zeit und gibt sie für kurze Zeit (während des Hin- und Herkippens) wieder frei. In einer Sekunde ergeben sich dabei (bei einer Halbschwingungszahl von 28.800/h) acht kleine Schritte des Sekundenzeigers.

Die Schweizer Ankerhemmung ist als Konstruktion hochbewährt. Sie bedarf allerdings zu ihrer einwandfreien Funktion der Schmierung. Die Alterung des Öls macht sich an der Hemmung besonders deutlich bemerkbar. Daher wurde bei Sinn die DIAPAL-Technik entwickelt. Sie ermöglicht eine ölfrei arbeitende Hemmung.

HYDRO

Sinn Markenname. Siehe Sinn Technologie HYDRO.

Inhibitionszyklus

Korrekturintervall bei Quarzwerken.

Um die Ganggenauigkeit von Quarzwerken zu optimieren, wurden in Laufe der Entwicklungen verschiedene Verfahren eingesetzt. Früher versuchte man den Quarz möglichst genau zu fertigen, nachzuschleifen oder durch aufgedampfte Goldschichten und nachträglichen Laserabtrag die gewünschte Schwingfrequenz präzise einzustellen. Heute werden Quarzkristalle so geschliffen, daß zunächst ein deutlicher Vorgang des Uhrwerks resultieren würde. Dieser Vorgang wird für jedes einzelne Werk bei Raumtemperatur gemessen. Anschließend wird das jeweilige Werk so programmiert, daß im Zyklus von 1 bis 4 Minuten (je nach Kaliber) eine Korrektur des Vorgangs eingeleitet wird. Das Werk wird gewissermaßen kurzzeitig "angehalten", um den Vorgang der Quarzschwingung auszugleichen.

Bei Quarz-Chronometerwerken greift zusätzlich eine Temperaturkompensation. Mit Hilfe eines Temperatursensors auf der Uhrwerksplatine wird die aktuelle Temperatur in der Uhr ermittelt und daraus ein für diese Temperatur abgestimmter Korrekturwert errechnet. Der nach Ablauf des Inhibitionszyklus wirksam werdende Korrekturwert ist also bei Quarz-Chronometerwerken nicht mehr konstant, sondern wird laufend an die aktuelle Uhrwerkstemperatur angepaßt.

Leuchtfarbe, inaktive

Leuchtfarbe für Zifferblätter und Zeiger, die keine radioaktiven Zusätze wie Tritium enthält. Im Unterschied zur radioaktiven Anregung der Leuchtpigmente muß eine inaktive Leuchtfarbe durch Lichteinstrahlung ›aufgeladen‹ werden und zeigt anschließend einen zeitlich begrenzten Nachleuchteffekt (Phosphoreszenz). Die bei Sinn eingesetzte inaktive Leuchtfarbe heißt ›Superluminova‹.

Leuchtfarben mit radioaktivem Tritium (3H) sind für den jeweiligen Armbanduhrenträger zwar völlig ungefährlich, bedeuten jedoch für die Zifferblatt- und Zeigerhersteller aufgrund des dauerhaften Umgangs mit größeren Mengen dieser Substanz ein Sicherheitsproblem. Wir bieten daher mit tritiumhaltiger Farbe belegte Zeiger und Zifferblätter nur partiell an.

Magnetfeldschutz

Gegen Magnetfeldeinflüsse abschirmendes Uhrengehäuse. Siehe Sinn Technologie Magnetfeldschutz.

Magnetismus

Kräfte, die sich im Alltag durch Anziehung bzw. Abstoßung von magnetisierten Gegenständen äußern. Mögliche Störquelle für den Gang einer Uhr.

Magnetfelder kommen in unserer Umwelt immer häufiger vor. Während das Erdmagnetfeld keine Gefahr bedeutet, können Magnetfelder von Lautsprechern, Türschließern, Verschlüssen oder ähnlichem eine mechanische Uhr nachhaltig in ihrem Gang stören. In einer Untersuchung von fast 1000 Uhren, die im Rahmen des hauseigenen Sinn-Kundendienstes durchgeführt wurde, erwiesen sich ca. 60 % der Uhren als magnetisiert, davon die Hälfte, also 30 %, mit starken Magnetfeldfehlern. Teilweise konnten die Gangfehler allein durch eine Entmagnetisierung behoben werden.

Aus diesem Grund statten wir zunehmend mehr Modelle mit einem Magnetfeldschutz aus.

Die Hauptfehlerquelle für magnetische Beeinträchtigungen des Uhrengangs liegt in einer aufmagnetisierten Nivarox- Spiralfeder, also dem taktgebenden Organ der Uhr. Zwar ist eine Nivarox-Spiralfeder den älteren Stahlfedern im Hinblick auf die Magnetfeldempfindlichkeit weit überlegen, denn Nivarox-Federn sind ›antimagnetisch‹ laut DIN 8309. Diese Forderung läßt aber im Falle einer relativ schwachen Magnetfeldexposition einen Gangfehler von +/- 30 Sekunden pro Tag zu, was u. a. unverträglich mit Chronometernormen ist.

Mohs-Härte-Skala

Relative Ritzhärte-Skala, eingeführt vom Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839). Die Härteskala nach Mohs ist eine relative Härteskala von 1 bis 10, welche speziell für die Bestimmung von Mineralien eingeführt wurde. Die Skala beruht auf folgender Regel: Wenn sich zwei Mineralien nicht gegenseitig ritzen, besitzen sie die gleiche Härte. Läßt sich ein Mineral von einem Mineral der Skala nicht ritzen, wird aber von dem nächst härteren Mineral geritzt, so liegt seine Mohshärte zwischen den beiden Härtezahlen der betroffenen Mineralien. Am oberen Ende der Skala befindet sich der Diamant mit dem Wert 10, am anderen Ende der Talk.

Verglichen mit der Vickershärte erweist sich die Mohs-Härte als ungenau und nicht linear. Der Härteunterschied zwischen Korund und Diamant beträgt bis zu 8000 Vickers. In der Mohs-Härteskala hat dieser Härteunterschied den Wert 1. Dagegen sind Mineralien, deren Vickershärte viel näher beieinander liegen, wie etwa Quarz und Korund, auf der Mohs- Skala 2 Punkte voneinander entfernt.

Die Mohs-Härte wird aus diesem Grund für werkstoffkundliche Angaben nicht benutzt. Sie ist aber eine praktische Hilfe bei der Bestimmung von Mineralien.

NaBo®

Sinn Markenzeichen für Navigationsborduhren. Navigationsborduhren sind vorgesehen für den Einbau im Cockpit eines Flugzeugs.

Nickel (Ni)

Chemisches Element, das als silberweißes, zähes Metall vorwiegend aus Magnetkies gewonnen wird.

Nickel ist ein wichtiger Legierungsbestandteil in vielen Stählen. Der Nickelgehalt liegt dort etwa zwischen 9 und 18 %. Nickelstähle sind außerordentlich hart und zäh. Sie werden für Werkzeuge und im militärischen Bereich (Panzerplatten, Geschützrohre) eingesetzt. In Verbindung mit Chrom ergeben sich sehr korrosionsbeständige Chrom-Nickel-Stähle.

Im Kontakt mit der Haut zeigen einige Menschen allergische Reaktionen.

Nickelfreiheit und Nickellässigkeit

Zur Vermeidung von Nickelallergien ist seit dem Jahr 2000 die Euro-Norm 1811 in deutsches Recht umgesetzt worden. Diese Norm definiert und regelt die sog. ›Nickellässigkeit‹.

Unter der Nickellässigkeit ist ein Maß für die Abgabe von Nickel an die Haut zu verstehen. Aufgrund dieser Nickelabgabe kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Die Norm besagt, daß auf einen Quadratzentimeter Haut innerhalb einer Woche nicht mehr als 0,5 µg Nickel abgegeben werden darf. Dieser Grenzwert darf von keinem Produkt, welches im direkten und längeren Kontakt mit der Haut steht, überschritten werden.

Die Stärke der Nickellässigkeit wird nicht etwa durch den Nickelgehalt eines Metalls bestimmt, sondern durch seine Korrosionsbeständigkeit. Nur im Zuge von Korrosionsprozessen kann Nickel in Form von Ionen oder Komplexen eine Stahlstruktur verlassen. In sehr korrosionsbeständigen Stählen bleibt Nickel daher auch im Falle eines relativ hohen Nickelgehalts stabil im Stahl gebunden. So wird auch in der medizinischen Implantat-Technik ein nickelhaltiger Edelstahl (Gehalt 12,5 % - 15 %) verwendet, ohne daß hierbei allergische Reaktionen beobachtet würden. Bei Sinn verwenden wir diesen Stahl ebenfalls (DIN 1.4435). Seine Nickellässigkeit liegt um einen Faktor 50 unter dem von der EURO-Norm 1811 vorgeschriebenen Wert. Das entspricht 2 %.

Es gibt Stähle, die einen Restnickelgehalt von weniger als 0,2 % aufweisen. Hierbei handelt es sich nur noch um die in allen rostfreien Stählen meßbaren Verunreinigungsspuren von Nickel und nicht um einen Legierungsbestandteil. In diesem Fall sowie im Falle von Sinn speziell angebotener Gehäuseböden sprechen wir daher von ›nickelfreien‹ Stählen, obwohl es sich genau genommen um ›nicht nickellegierte Stähle‹ handelt.

Nivarox

Metallische Legierung, aus der hochfeine Spiralfedern hergestellt werden. Mit dieser Legierung wird das Problem der temperaturbedingten Veränderung von Elastizität und Länge der Spiralfeder und der Unruh weitgehend gelöst. Mit zunehmender Temperatur wird eine metallische Feder eigentlich weicher und länger, auch der Durchmesser eines metallischen Rings (Unruh) nimmt geringfügig zu. Eine solche Veränderung der Werkstoffeigenschaften würde aber zu einem langsameren Schwingen der Unruh und damit zu einem Nachgehen der Uhr führen. Nivarox ist die (aus nicht variabel und oxydfest abgeleitete) Bezeichnung für die gebräuchlichste Legierungsart, aus der temperaturkompensierende (oder autokompensierende) Spiralfedern bestehen. Mit diesem Material löst man das Problem der Temperaturempfindlichkeit auf zweierlei Weise: Erstens verändert eine Nivarox-Feder im Temperaturbereich der Chronometernormen von vornherein nur relativ wenig ihre Länge und Elastizität. Zweitens wird der Rest an noch bestehender Temperaturabhängigkeit zum Teil durch Vorgänge im Inneren der Feder selbst kompensiert (daher auch ›auto‹-kompensierende Feder). Diese kompensierenden Vorgänge beruhen auf den ›magnetostriktiven‹ Eigenschaften des Nickels, einem Element, das als Legierungsbestandteil in Nivarox-Federn enthalten ist.

Die magnetostriktive Wechselwirkung kommt unter bestimmten Bedingungen in Körpern zum Tragen, die (›ferro‹)- magnetisch sind. Solche Körper weisen in ihrem Inneren eine Magnetfeldstruktur auf, die sich nicht unbedingt als äußeres Magnetfeld zeigt, da sich die inneren Felder der magnetischen Teilgebiete (›Weißsche Bezirke‹) wechselseitig aufheben. Die Körper befinden sich also permanent in einem inneren Magnetisierungszustand. Entscheidend ist nun, daß die jeweils vorherrschende Magnetfeldstruktur von der Temperatur des Körpers abhängt und eine Änderung dieser Struktur aufgrund der magnetostriktiven Wechselwirkung elastische Spannungen im Körper auftreten läßt, bzw. Körperverformungen bewirkt, welche diese Spannungen wieder neutralisieren.

Den Zusammenhang zwischen elastischen Spannungen und einem Magnetfeldeinfluß nennt man auch ›Magnetostriktion‹. Maßgebend sind zwei Sachverhalte: Erstens bewirkt eine Temperaturveränderung wie gesagt stets, daß sich der Magnetisierungszustand und damit der innere Spannungszustand der Feder ändert. Zweitens ist die Richtung des magnetostriktiven Effekts dem Temperaturverhalten von gewöhnlichen Materialien genau entgegengesetzt. Das bedeutet: nimmt die Temperatur zu, so wirkt die magnetostriktive Wechselwirkung in Richtung einer Verhärtung bzw. Verkürzung der Feder!

Diese beiden Punkte zusammengenommen führen letztlich dazu, daß im Falle einer Nivarox-Spiralfeder der Gang des Schwingsystems trotz Temperaturveränderung weitgehend konstant bleibt. Erhöht sich nämlich die Temperatur, so heben sich zwei Effekte zum Teil gegenseitig auf: der gewöhnlichen temperaturbedingten Erschlaffung und Verlängerung der Feder sowie der vergrößerten Trägheit des Unruhreifs wirkt eine magnetostriktive Verhärtung bzw. Verkürzung der Feder entgegen.

Eine Nivarox-I-Spirale in Verbindung mit einer Glucydur-Unruh liefert auf diese Weise einen (›primären‹) Temperaturfehler von weniger als einer halben Sekunde pro Grad Celsius am Tag.

Das Grundprinzip dieser Temperaturkompensation - die Verwendung ferromagnetischer Materialien - führt allerdings zu Anfälligkeiten gegenüber äußeren Magnetfeldeinflüssen, denn neben der Temperatur können natürlich auch äußere Magnetfelder den Magnetisierungszustand der Feder ändern und damit ihre Elastizität. Dies kann zu erheblichen Gangabweichungen führen, unter Umständen sogar zum Stillstand der Uhr. ( Magnetismus).

Orientierungszeiger

24-Stunden-Zeiger, der zur Bestimmung der Himmelsrichtung als Richtungspfeil geformt ist.

Zur groben Bestimmung der Himmelrichtung bei Kenntnis des aktuellen Sonnenstandes erleichtert ein 24-Std.-Zeiger, der synchron zum 12-Std.-Zeiger läuft, das Vorgehen. Befindet man sich auf der Nordhalbkugel, richtet das Zifferblatt horizontal aus und dreht die Uhr so, dass der 12-Std.-Zeiger (ohne Sommerzeitverstellung!) auf die Sonne weist, dann zeigt der 24-h-Zeiger nach Norden. Auf der Südhalbkugel ist Nord gegen Süd zu vertauschen.

Zu beachten ist, daß je nach Jahreszeit, Breiten- und Längenkreis Abweichungen der ermittelten Richtung von der geographischen Nordrichtung von bis zu 25° möglich sind.

Die Sinn-Modelle 900, 6060, U2, 856 und 857 sind mit einer solchen Zeiger-Kombination ausgestattet.

Pulsometerskala

Mit der Pulsometerskala kann man den Pulsschlag pro Minute direkt ablesen, nachdem 15 Pulsschläge abgestoppt wurden.

PVD (Physical Vapour Deposition)

Unter der Bezeichnung ›PVD‹ (deutsch: physikalische Abscheidung aus der Gasphase) faßt man bestimmte Verfahren zusammen, die zum Aufbringen von dünnen Hartstoffschichten dienen. Das Beschichtungsmaterial liegt bei diesen Verfahren zunächst als Festkörper vor, der durch Verdampfen oder Zerstäuben in den gasförmigen Zustand überführt wird, um sich dann auf dem Substrat ohne Veränderung seiner chemischen Zusammensetzung niederzuschlagen. Der wesentliche Vorteil der PVD-Beschichtungen besteht in den relativ niedrigen Abscheidungstemperaturen, die ein großes Spektrum zu beschichtender Materialien zulassen.

Die Oberflächenhärte von PVD-Beschichtungen beträgt je nach Schichtvariante 2000 bis 3000 HV und liegt damit deutlich über einer galvanisch aufgebrachten Verchromung (ca. 800 HV). Die möglichen Schichtdicken beginnen im Nanometerbereich und können bis zu einigen Mikrometern aufgebaut werden.

Nachteilig wirkt es sich aus, wenn solche dünnen Hartstoffbeschichtungen auf ungehärtete Materialien wie etwa Edelstahl oder Reintitan (180 bis 220 HV) aufgebracht werden. Aufgrund des großen Härteunterschieds zwischen der PVDSchicht und dem Basismaterial kommt es bei Stößen und Kratzern zum sog. ›Eierschaleneffekt‹. Die Beschichtung bricht ein und legt das darunter befindliche andersfarbige Material frei.

Bei Sinn setzen wir PVD-Beschichtungen aus diesem Grund nur in Kombination mit unserer Tegiment-Technologie ein. Das ca. 1200 HV harte Tegiment geht nicht sprungartig, sondern kontinuierlich in die Grundhärte des Gehäuse-Edelstahls über. Dadurch arbeitet die Tegimentierung im Falle einer Gehäuseschwärzung als Haftvermittler zwischen dem Gehäusestahl und der PVD-Schicht. Auf diese Weise wird ein Eierschaleneffekt vermieden.

Rechenschieberskala

Die Rechenschieberskala funktioniert nach dem Prinzip der logarithmischen Skaleneinteilung. Man kann damit multiplizieren und dividieren. Sie ist somit hilfreich bei Verbrauchsrechnungen, der Umrechnung von Einheiten und Währungen sowie für jegliche Dreisatz-Berechnungen.

Regulation

Unter der Regulation versteht man die Arbeitsschritte, mit denen eine möglichst hohe Ganggenauigkeit einer Uhr erreicht werden soll.

Auch wenn die Fertigungsqualität der Zahnräder, Lager und Zapfen entscheidend für den stabilen Gang einer Uhr ist, werden die diesbezüglichen Herstellungsschritte im Allgemeinen nicht als Teil der Regulation aufgefaßt.

Die am Ende der Regulation stehende Rückerkorrektur, die oft mit einer Regulation identifiziert wird, ist andererseits nur auf der Basis einer guten Gesamtregulation erfolgreich.

Die Regulation ist eine Einstellarbeit, die in vier Schritten erfolgt: Das Zentrieren der Spiralfeder, das Einstellen der Hemmung, das Auswuchten der Unruh, das Einstellen des Rückers.

Bei der Regulation können neben den verschiedenen Prüflagen auch Temperaturen berücksichtigt werden. Dies verlangt insbesondere die Regulation eines Chronometers.

Rücker ⁄ Rückerkorrektur

Eine Vorrichtung, mit welcher der Gang einer Uhr eingestellt werden kann.

Rückervorrichtung montiert auf Unruhkolben.

Eine Rückerkorrektur verändert die wirksame Federlänge der Spiralfeder des Schwingsystems. Bevor die Spiralfeder an ihren äußeren Befestigungspunkt stößt, verläuft sie durch einen Spalt, der von zwei eng zusammenstehenden Stiften gebildet wird. Das Federstück zwischen Spalt und dem äußerem Befestigungspunkt ist von der freien Schwingung der Feder ausgenommen. Wird der Spalt im Zuge einer Rückerkorrektur in seiner Lage verschoben, so verändert sich daher auch die aktive Federlänge. Die Uhr geht dann je nach Richtung der Änderung schneller bzw. langsamer.

Saphirkristallglas

Ein Uhrenglas aus künstlich gezüchtetem Saphirkristall. Saphirkristallglas besteht aus monokristallinem Aluminiumoxyd (Al2O3). Mit 2000 HV auf der Vickers Härteskala darf es als kratzfestes Uhrenglas bezeichnet werden. Es ist zudem erheblich bruchsicherer als ein Mineralglas.

Saphirkristallgläser, hochgewölbt - eine Spezialität des anspruchsvollen Uhrenbaus.

Saphirkristall ist wegen seiner außerordentlichen Härte das bevorzugte Material für hochwertige Uhrengläser. Daß Uhrengläser aus Saphirkristall bei ihrer Herstellung grundsätzlich erheblich mehr Aufwand verursachen als Mineraloder Kunststoffgläser, beruht auf den Schneid- und Schleifprozeduren, die sich aufgrund der Härte des Materials als langwierig darstellen.

Für die Modelle 356 und 103 Ty bieten wir ein hochgewölbtes Glas aus Saphirkristall an, dessen Gestaltgebung durch insgesamt fünf verschiedene Krümmungsradien realisiert ist - eine Spezialität, die hier kurz im Vergleich zu gewöhnlichen Glasformen verdeutlicht werden soll.

Schnitt durch ein flaches Saphirkristallglas.

Flache Saphirkristallgläser weichen in ihrer Endgestalt nicht wesentlich von der vorausgehenden Rohlingsgestalt ab. Diese Gläser können als Scheiben direkt aus einem Zylinder geschnitten und anschließend plan poliert werden.

Schnitt durch ein gewölbtes Saphirkristallglas.

Einfach gewölbte Saphirkristallgläser verlangen bereits einen dickeren Rohling als es der letztendlichen Glasstärke entspricht. Die Glasform wird allerdings nur durch einen einzigen Wölbungsradius gebildet, so daß der Schleifvorgang noch relativ einfach bleibt.

Das hochgewölbte Saphirkristallglas des Modells 356.

Ein hochgewölbtes Saphirkristallglas für das Modell 356 ist dem angebotenen Acrylglas nachgebildet und beinhaltet fünf verschiedene Krümmungsradien. Zur Herstellung der hochgewölbten Innenund Außenform müssen daher speziell auf die vorliegenden Radien zugeschnittene Schleifwerkzeuge angefertigt werden.

Rohling für das Saphirkristallglas mit Andeutung des
späteren Glases.

Die Rohlingsdicke des Saphirkristallglases für unser Modell 356 beträgt rund 5 mm und ist damit um ein vielfaches höher als der Rohling eines gewöhnlichen Flachglases. Aus diesem Rohling muß zunächst die Endform herausgeschliffen und anschließend aufwendig poliert werden.

Schwarze Hartstoffbeschichtung

Siehe Sinn Technologie Schwarze Hartstoffbeschichtung.

Sicherheitsdrehring, unverlierbar

Äußerer Drehring, der durch eine spezielle Konstruktion vor Verlust geschützt ist.

Herkömmlicherweise werden Drehringe durch einen Einschnappmechanismus mit dem Gehäusekörper verbunden. Bei ungünstigen Stößen kann hierbei der Ring abspringen und die eingestellte Merkzeit verloren gehen. Zahlreiche Sinn-Modelle werden daher mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, welches diese Schwachstelle beseitigt.

Kernstück der Konstruktion ist ein elastischer, nicht geschlossener Verliersicherungsring, der sich im Inneren des Drehrings befindet. Mit Hilfe von mehreren seitlich ansetzenden Schrauben wird dieser Ring in sich zusammengeschoben bis er den Spalt zwischen Drehring und Gehäuse überbrückt. Nur durch Entfernen der Schrauben entspannt sich der Verliersicherungsring wieder und zieht sich aus dem Spalt zurück, so dass der Drehring vom Gehäuse abgenommen werden kann.

Die Verliersicherungstechnik bei Modell U1000 umfasst zusätzlich zur Unverlierbarkeit ein weiteres Sicherheitselement: die Verdrehsicherung. Siehe auch Sinn Technologie Sicherheitsdrehring.

Sinn-Dichtungsfett 30-130

Für Sinn entwickeltes vollsynthetisches Spezialfett zur Applikation bei Dichtungsringen, das an den Einsatzbereich von -45 °C bis +80 °C angepaßt ist.

Ein mit diesem Dichtungsfett behandelter Dichtungsring zeigt bei gleicher Verpressung und Temperatur eine erheblich niedrigere Gasdurchlässigkeitsrate als ein ungefetteter Ring. Außerdem wird die Alterungsbeständigkeit der Dichtungen weiter erhöht.

Der Einsatz von Dichtungen aus Viton® wird durch das Sinn Dichtungsfett 30-130 perfektioniert. Sinn-Uhren sind durch diese Maßnahmenkombination deutlich besser gegen eindringende Luftfeuchtegeschützt als jede konventionell gedichtete Uhr.

Sinn-Spezialöl 66-228

Eigens für Sinn entwickeltes, hochwertiges vollsynthetisches Spezialöl. Seine hervorragenden Eigenschaften bei niedrigen bzw. hohen Temperaturen ermöglichen den Gang der Uhr von -45 °C bis +80 °C.

Siehe Sinn Technologie Sinn-Spezialöl 66-288.

Spiralfeder

Ein spiralförmig gewundener flacher Draht, welcher zusammen mit der Unruh das Schwingsystem einer mechanischen Armbanduhr bildet. In modernen Armbanduhren befindet sich in der Regel eine 12 bis 15-fach gewundene Flachspirale, d. h., sämtlicheWindungen liegen in einer Ebene. Die meisten Spiralfedern bestehen außerdem aus einer metallischen Legierung mit der Bezeichnung Nivarox.

Die Spiralfeder ist mit der Drehachse der Unruh fest verbunden und liefert die abbremsenden und beschleunigenden Kräfte, die erforderlich sind, um den Unruhreif gleichmäßig hin- und herschwingen zu lassen. Die dabei durch Reibung verlorengehende Energie wird über die ?Hemmung impulsweise zugeführt.

Spiralfeder (hier Breguet-Spirale).

Stoßsicherheit

Uhren, die als stoßsicher bezeichnet werden dürfen, müssen den Anforderungen der DIN 8308 genügen. Die Prüfvorrichtung sieht einen Hammerschlag mit einer Geschwindigkeit von 4,43 m/s vor. Die dadurch bewirkte Gangveränderung darf nicht mehr als +/- 60 Sekunden pro Tag betragen. Der Geschwindigkeitsbetrag von 4,43 m/s leitet sich aus einer Adaption der älteren Forderung ab, daß ein Sturz aus 1 m Höhe auf Hartholzparkett zu keinem Defekt des Uhrwerks führen soll. Alle Uhren von Sinn sind stoßsicher nach DIN.

SUG

Abkürzung für die ›SÄCHSISCHE UHREN-TECHNOLOGIE GMBH GLASHÜTTE/ Sa.‹

Die SUG ist Hersteller hochwertiger Uhrengehäuse. Die SUG erhielt 2001 bisher als einziger deutscher Uhrengehäusehersteller eine Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 9002. Diese Norm verlangt ein hohes Qualitätsmanagement, das insbesondere durch die Anwendung geeigneter Prüfmittel sowie die lückenlose Rückverfolgbarkeit der eingekauften Materialien sicherzustellen ist.

Ein Großteil der Uhrengehäuse für Sinn wird in hervorragender Qualität bei der SUG in Glashütte, Sachsen, gefertigt und trägt die Gravur SUG als Kennzeichen.

Superluminova

Leuchtmittel für Ziffern und Zeiger, welches zu den inaktiven Leuchtfarben zählt, d.h. keinerlei Radioaktivität zeigt. Die Leuchtwirkung beruht auf dem Prinzip der ›Phosphoreszenz‹. Superluminova benötigt daher eine Aufladung durch äußeres Licht. Um die Nachleuchtkapazität der Farbpigmente voll auszuschöpfen, muß die Farbe zuvor vollständig aktiviert sein. Dies geschieht bei direkter Sonneneinstrahlung nach ca. 90 Minuten. Superluminova kann beliebig oft auf- und entladen werden, ohne an Speicherfähigkeit einzubüßen. Ein weiterer Vorteil gegenüber Tritium-Leuchtfarbe besteht darin, daß bei Superluminova keine altersbedingte Vergrauung oder Vergilbung eintritt.

SZ 01 (Chronograph)

Erste Chronographen-Entwicklung von Sinn auf Basis des Valjoux 7750.

Aus Gründen der besseren Ablesbarkeit haben wir das Valjoux 7750 unter der Bezeichnung SZ 01 so umkonstruiert, daß dieses Werk nun über eine springende Minuten-Zählung aus dem Zifferblattzentrum verfügt.

Schematische Darstellung der Chronographenfunktion
des SZ 01.

Unsere Neukonstruktion bringt in der Ablesbarkeit zwei Vorteile mit sich: zum einen werden nun 60 anstelle der gewohnten 30 Minuten in einem Zeigerumlauf gezählt, zum anderen ist die zugeordnete Minutenstopp-Skala über den vollen Zifferblattdurchmesser zu sehen. Diese Art der klaren Ablesbarkeit hat das SZ 01 mit dem nicht mehr produzierten Lemania 5100 gemeinsam. Die militärische Zulassung des Lemania- Kalibers beruhte vor allem auf dieser Einsatzqualität. Außerdem verfügt das Werk über eine 24-Stundenanzeige bei der ›3‹ und eine Datumsanzeige zwischen ›4‹ und ›5‹.

SZ 02

Chronographen-Entwicklung von Sinn auf Basis des Valjoux 7750.

Das SZ-Kaliber 02 ist eine aus der Entwicklung des SZ 01 abgeleitete Werkmodifikation, die durch einen dezentralen 60 min-Zähler gekennzeichnet ist.

Das Valjoux 7750 zeigt die Zählminute der Chronographenfunktion hingegen nur mit einem 30 min-Zähler an. Stoppzeiten sind bei diesem Standardkaliber schwierig zu erkennen, da die Zwischenstellungen des Stundenzählers dicht bei den Stundenindexen liegen. Nur mit Hilfe dieses Zeigers läßt sich aber die Unterscheidung zwischen einer Minutenanzeige von 0 bis 30 min und 30 bis 60 min treffen. Das SZ 02 erlaubt eine direkte Ablesung der Minuten im gesamten Bereich von 0 bis 60 min, so daß der Stundenzähler nur noch mit Blick auf vollen Stunden abgelesen werden muß.

Das SZ 02 wurde 2006 im Jahr der Fußballweltmeisterschaft in deutschland im Gehäuse des Modells 303 Fußballchronographen auf den Markt gebracht. Das Kaliber hat sich seitdem ausgezeichnet bewährt und bildet die sichere Grundlage für die perfekte Ablesbarkeit der Modellreihe U1000.

SZ 04

Hauseigener Umbau des Taschenuhrkalibers ETA 6498 in ein Uhrwerk mit Regulateuranzeige.

Eine Regulateuranzeige ist Präzisionsstanduhren nachempfunden, die zu Regulations- oder Beobachtungszwecken eine Feinminuterie mit großem Durchmesser besitzen. Aus Gründen der besseren Ablesbarkeit des Minutenzeigers arbeitet man hier mit einer dezentralen, kleinen Stunden- und Sekundenanzeige.

Bei Sinn wurde die Stundenanzeige aus dem Zentrum in Richtung ›12 Uhr‹ versetzt, ohne zusätzliche Reibungsverluste oder ein zusätzliches Zahnspiel einzuführen. Da das Kaliber ETA 6498 von vornherein eine direkte ›kleine‹ Sekunden besitzt, ist das SZ 04 die uhrwerktechnisch optimale Lösung einer Regulateuranzeige mit drei getrennt positionierten Zeigern für Stunde, Minute, Sekunde.

SZ-Kaliber

Bezeichnung für eigene Uhrwerkmodifikationen bei Sinn: Sinn-Zeit.

Seit 2003 sind bei Sinn mehrere Uhrwerkmodifikationen in der Entwicklung und Erprobung. Konstruktionsarbeit und Prototypenbau finden in Frankfurt statt.

Tachymeterskala

Mit der Tachymeterskala kann man auf einer Meßstrecke von 1 km die gefahrene mittlere Geschwindigkeit ablesen. Voraussetzung ist die Betätigung der Stoppfunktion bei Beginn und Ende der Strecke. Nach dem gleichen Prinzip können mit der Tachymeterskala auch Meilen pro Stunde (mph) abgelesen werden.

Taucherdrehring

Ein minutenweise rastender Drehring, der zum Schutz vor unbeabsichtigtem Verstellen nur einseitig drehbar ist. Ein Taucherdrehring muß außerdem mit Handschuhen zu bedienen sein. Neben einer Hauptmarkierung (z. B. Leuchtdreieck) kann eine im Uhrzeigersinn aufgebrachte Minuteneinteilung vorhanden sein.

Taucheruhren

Speziell für Tauchgänge gebaute Uhren, die gemäß DIN zusätzlich zur Wasserdichtigkeit und Druckfestigkeit mehrere Forderungen erfüllen müssen.

Taucheruhren von Sinn entsprechen grundsätzlich den sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfungen nach DIN 8306. Darin sind folgende Prüfkriterien enthalten:

+ Ablesbarkeit
+ Gangverhalten
+ Antimagnetismus
+ Stoßsicherheit
+ Befestigungselemente
+ Dichtheit bei Luftüberdruck
+ Salzwasserbeständigkeit
+ Skaleneinstellring bzw. Taucherdrehring
+ Funktionssicherheit der Betätigungseinrichtungen
+ Funktionssicherheit der Taucheruhr bei Wasserüberdruck
+ Temperaturbeanspruchbarkeit
+ einwandfreie Funktion der Kronen, Drücker und ähnlichen Betätigungseinrichtungen
+ Dichtheit bei Wasserüberdruck

Sinn legt großen Wert auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Anforderungen, da Sinn-Uhren häufig in den dauerhaften professionellen Einsatz gelangen.

Tauchgerätenorm

Taucherausrüstungen, wie Druckluftflaschen und Atemgeräte, die gemäß den Europäischen Normen EN 250:200 bzw. EN14143:2003 zugelassen sind, werden verschiedenen Prüfungen unterzogen, um ihre Funktion bei tiefen Temperaturen und hoher Luftfeuchte sicherzustellen.

Der Germanische Llyod hat im Auftrag von Sinn Spezialuhren diese Normen an den Anwendungsfall ›Armbanduhr‹ adaptiert und 2006 die Sinn-Taucheruhren-Modellreihen U1000, U1, U2, UX und EZM 3 einer typenbezogenen Prüfung unterzogen. Die Taucheruhr wurde damit erstmals auch formal als Bestandteil einer Tauchausrüstung aufgefaßt und entsprechend geprüft.

Die Prüfung umfaßt eine dreistündige Exposition der Uhren bei 95%iger Luftfeuchte und +70°C sowie eine dreistündige Belastung bei -30°C.

Sinn-Uhren sind aufgrund konstruktiver Maßnahmen, des Einsatzes von Sinn- Spezialöl und Sinn-Dichtungsfett in der Lage, diese Normen ohne Beanstandung zu erfüllen.

TEGIMENT

Sinn Technologie für einen Edelstahl mit gehärteter Oberflächenhärte. Siehe Sinn Technologie TEGIMENT.

Temperaturkompensation

Unter einer Temperaturkompensation versteht man Vorrichtungen oder Werkstoffkombinationen, welche temperaturbedingte Schwankungen möglichst klein halten.

Die zeitgebenden physikalischen Prozesse, die das Kernstück eines Uhrwerks bilden, unterliegen temperaturbedingten Schwankungen. So wird das Pendel einer Großuhr bei Erwärmung länger und vergrößert damit seine Schwingungsdauer. Auch die Drehschwingung einer Unruh verändert ihre Frequenz aufgrund von Temperaturschwankungen, weil die Spiralfederlänge, der Umfang des Unruhreifs sowie die Elastizität der Feder nicht temperaturunabhängig sind.

Verbreitet waren früher Bimetall-Konstruktionen sowohl an Pendeln als auch an Unruhreifen. Dabei werden zwei Metalle unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten so kombiniert, daß sich bei Temperaturschwankungen zwei gegenläufige Ausdehnungseffekte kompensieren.

In einem modernen mechanischen Armbanduhrenwerk wird die Temperatur durch den Einsatz von Federn aus Nivarox kompensiert. In hochwertigen Quarz-Chronometern (Chronometerqualität), wie in den Modellen der Serie UX, arbeitet man hingegen mit einem Temperatursensor. Auf Grundlage der gemessenen Temperatur wird der Korrekturwert der Quarzschwingung im Rahmen seines Inhibitionszyklus laufend angepaßt.

Titan (Ti)

Als Reintitan, wie von Sinn ausschließlich verwendet, ist es ein idealer Werkstoff für Armbanduhren.

+ Es sind keine allergischen Reaktionen bekannt.
+ Mit einem spezifischen Gewicht von etwa 4,5 g/ccm hat es nur 60 % des Gewichts von Edelstahl (spezifisches Gewicht etwa 7,8 g/ccm).
+ Aufgrund der geringen spezifischen Wärmekapazität und der geringen Wärmeleitfähigkeit nimmt dieses Material schnell die Körperwärme an. Das führt zu einem hohen Tragekomfort, vor allem in der kalten Jahreszeit.
+ Die geringe elektrische Leitfähigkeit des Reintitans erhöht ebenfalls den Tragekomfort, da sie den elektrischen Spannungsausgleich zwischen verschiedenen Hautpartien am Handgelenk verringert.

Tritium

Schwach radioaktives Leuchtmittel für Zifferblätter und Zeiger.

Bei Tritium handelt es sich um ein Isotop des Wasserstoffs, also um ein leichtflüchtiges Gas. Es ist schwach radioaktiv mit einer Halbwertszeit von 12,3 Jahren.

Leuchtfarbe, die durch Tritium angeregt wird, benötigt keine Aufladung durch äußeres Licht. Das flüchtige Gas wird als tritierter Kunststoff (Polymer) gebunden und regt mit seiner Elektronen-Strahlung ein passives Leuchtmittel (z. B. Zinksulfid) zur Emission von sichtbarem Licht an.

Nicht im Falle einer einzelnen Uhr, jedoch bei der Lagerung oder Herstellung großer Mengen an Tritium-Leuchtmitteln bzw. Zifferblättern und Zeigern ergeben sich gesundheitliche Risiken. Tritium wurde daher weitgehend durch Superluminova ersetzt.

Bei einer wasserdichten, mit Saphirkristallglas bestückten Uhr, ist jedoch eine Radioaktivität der Tritium-Belegung nicht meßbar.

Trockenhaltetechnik

Sinn-Technologie zur Reduzierung der Alterungsprozesse im Inneren der Uhr.

U-Boot-Stahl

Spezialstahl für den Bau von U-Booten. Die Sinn-Modellreihen U1000, U1, U2 und UX sind komplett aus einem Spezialstahl gefertigt, der von ThyssenKrupp für den Bau von U-Booten entwickelt wurde. Gegenwärtig werden aus diesem Stahl die Außenhüllen der beiden weltweit modernsten nichtnuklearen U-Boote U31 und U32 gefertigt, die international hohe Beachtung finden. Bei diesem Werkstoff handelt es sich um einen Voll-Austeniten mit außerordentlich hoher Festigkeit und von höchster amagnetischer Güte. Der Festigkeitswert erreicht über 155 % des gewöhnlichen Uhren-gehäusestahls AISI 316L.

Ein weiterer Vorteil des U-Boot-Stahls für die Herstellung von Taucheruhren besteht in seiner einzigartigen Seewasserbeständigkeit. Gewöhnlicher Gehäusestahl sollte nach jedem Seewasserkontakt mit Süßwasser abgespült werden, weil eine langfristige Einwirkung von Salzwasser unter ungünstigen Umständen zu Korrosionserscheinungen führen kann. U-Boot-Stahl ist hingegen völlig resistent gegenüber dauerhaftem Seewasserkontakt. Außerdem ist U-Boot-Stahl aufgrund seiner Duktilität extrem rißbeständig, was die Gebrauchssicherheit weiter erhöht.

U-Boot-Stahl kann zudem auf bis zu 1500 HV tegimentiert werden. Dieser Wert übertrifft die Härtbarkeit des üblichen Gehäusestahls um rund 300 HV und führt so zur weiteren Erhöhung der Kratzfestigkeit.

Unruh

Die Unruh bildet in Verbindung mit der ?Spiralfeder das Schwingsystem einer mechanischen Uhr.

Unruhreif.

Sie ist heute fast immer ein geschlossener metallischer Reif mit zwei oder drei Speichen. Mit der Unruhwelle ist die Spiralfeder fest verbunden. Dadurch kann die Unruh eine Drehschwingung ausführen, welche letztlich die Quelle für den gleichmäßigen Gang der Uhr ist.

Das Hin- und Herschwingen der Unruh wird mittels eines kleinen Rubinstiftes (›Ellipse‹) in ein Hin- und Herkippen des Ankers übersetzt. Der Anker wiederum hemmt in diesem Rhythmus das Ankerrad und damit das gesamte Räderwerk der Uhr ( Hemmung).

Die Unruh besteht in der Regel aus einer Legierung mit der Bezeichnung ›Glucydur‹. Dabei handelt es sich um eine Berylliumbronze. Der Einfluß der Temperatur wird durch dieses Material erheblich reduziert. Der verbleibende Temperaturfehler wird durch die Nivarox-Spirale kompensiert.

Unterdrucksicher

Während die Druckfestigkeit einer wasserdichten Uhr sich stets auf einen erhöhten Außendruck bezieht, wie er durch eine auf dem Uhrengehäuse lastenden Wassersäule entsteht, geht es bei der Unterdrucksicherheit um reduzierte Außendrücke, wie sie in großer Höhe über dem Meeresspiegel herrschen. Fällt der Druck außerhalb des Uhrengehäuses ab, so wirkt der Druckunterschied zwischen Gehäuseinnerem und dem Außenbereich als Kraft von innen nach außen. Damit in diesem Fall das Glas nicht aus dem Presssitz springen kann, bedarf es besondere konstruktiver Maßnahmen. Bei Sinn werden alle Uhrenmodelle auf Unterdrucksicherheit getestet.

UTC

Universal Time Coordinated (UTC) = koordinierte Weltzeit, seit 1975 (15. Generalkonferenz für Maß und Gewicht) die Grundlage sowohl für die gesetzliche Zeit als auch für wissenschaftlich-technische Anwendungen in der Astronomie, Navigation und elektronischer Kommunikation.

Die UTC-Skala ist keine astronomisch verankerte Zeit, sondern entsteht aus der Koordinierung von ca. 250 Atomuhren weltweit. Infolge der unregelmäßigen Erdrotation kommt es bei dieser Definition zu kleinen Abweichungen von der GMT-Zeit.

Da aber für Navigationszwecke ein Bezug auf die mittlere Sonnenzeit am 0. Längengrad notwendig ist, wird die UTC an die astronomisch verankerte GMT mit Hilfe einer Schaltsekunde angepaßt. Diese Anpassung erfolgt einmal pro Jahr, falls die Abweichung dieser beiden Zeiten auf mehr als 0,9 Sekunden angewachsen ist.

Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ergibt sich aus der UTC durch Addition von einer bzw. zwei Stunden (Sommerzeit).

Veredeltes Uhrwerk

Dekorativ bearbeitetes Uhrwerk, etwa durch Zierschliffe, Hochglanzpolituren, Gravuren, galvanische Oberflächenveredelungen oder spezielle Bauteile.

Unabhängig von seiner technischen Ausführungsqualität kann der ästhetische Reiz eines Uhrwerks durch verschiedene dekorative Veränderungen angehoben werden. Brücken und Platinen bieten Raum für Gravuren oder Skelettierungen und können mit Zierschliffen (z. B. Sonnen-, Streifen- oder Wölkchenschliff) versehen werden.

Statt der üblichen Vernickelung der Messingbrücken und -platinen ist ein galvanischer Überzug mit Rhodium (ein Metall aus der Platingruppe) oder einer farbgebenden Metallverbindung möglich. Schraubenköpfe können poliert, blau lackiert oder durch Anlassen gebläut werden. Schlichte Brückenkanten können durch Anglieren (Anbringen einer Fase) beseitigt werden. Gefräste Ringnuten um im Sichtbereich liegende Lagersteine erzeugen die Anmutung eines Lagerfutters (Chaton), wenn im Falle einer rhodinierten Brücke das goldfarbene Untermaterial wieder freigelegt wird.

Sinn verfügt über eine hauseigene Gravurabteilung, in der aufwendig handveredelte Uhrwerke nach individuellen Vorgaben realisiert werden können.

Vickershärte

Sehr gebräuchliche Angabe für die Härte eines Werkstoffs. Das zugehörige Meßverfahren schreibt vor, eine kleine Diamantpyramide unter verschiedenen Prüflasten in den Prüfkörper einzudrücken.

Man mißt jeweils die Diagonale des so erzeugten Eindrucks und bildet den Mittelwert. Daraus wird die Härte berechnet. Beispiele für Härten:

Edelstahl: ca. 200 bis 240 HV
Reintitan: ca. 210 HV
Gehärtetes Mineralglas: ca. 800 bis 900 HV
TEGIMENT: ca. 1.200 bis 1.500 HV
Hartmetalle: ca. 1.350 HV
Saphirkristall: ca. 2.000 HV
Diamant: >4.500 HV bis 10.000 HV

Viton®

Viton® ist eine eingetragene Marke der DuPont Performance Elastomeres für Dichtungen aus Fluor-Karbonkautschuk (FPM / FKM).

Dieser Werkstoff hat im Vergleich zu herkömmlichen Gehäusedichtungsmaterialien (Nitrilkautschuk, NBR) viele Vorteile. Er ist außerordentlich wetter- und alterungsbeständig und neigt im Unterschied zu Nitrilkautschuk nicht zur Ozonrißbildung. Dichtungen aus Viton® sind außerdem beständig gegenüber zahlreichen Chemikalien wie chlorierte, aromatische oder aliphatische Kohlenwasserstoffe. Die Diffusionsrate zwischen Gehäuseinnerem und der Außenluft wird durch Viton® auf bis zu 25 % der Rate von den herkömmlichen Nitril-Dichtungen reduziert.

Da die Alterungsprozesse im Uhrwerk maßgebend vom Mikroklima im Gehäuse abhängen, ist Viton® ein effektiver Baustein der Trockenhaltetechnik, um die Ganggenauigkeit der Uhr längerfristig sicherzustellen.

Wasserdichtigkeit

Ist eine Uhr von Sinn als ›wasserdicht‹ gekennzeichnet, so erfüllt sie im Originalzustand die Anforderungen nach DIN 8310. Für wasserdichte Sinn-Uhren wird dabei eine Druckfestigkeit von mindestens 10 bar Überdruck garantiert. Dies entspricht dem Druck in einer Wassertiefe von 100 m. Ausgenommen hiervon sind einzelne Modelle unserer klassischen Meisterwerke. Bei jeder unserer Uhr wird die Wasserdichtigkeit einzeln geprüft. Eine Angabe der maximalen Wassertiefe, die allgemein auf Uhren zu finden ist, bezieht sich stets auf die maximale statische Druckbelastung, der das Uhrengehäuse garantiert standhält. Bei Schwimmbewegungen oder unter einem Wasserstrahl (Händewaschen oder Duschen) treten gerichtete Strömungen und deren sog. dynamische Druckspitzen hinzu, die folglich eine Uhr an den jeweils betroffenen Stellen stärker belasten als es der Eintauchtiefe entspricht.

Um eine Uhr unbedenklich beim Schwimmen einzusetzen, empfehlen wir daher eine Druckfestigkeit von mindestens 100 m. Für den intensiven und häufigen Einsatz im Wasser sind Taucheruhren zu empfehlen. Die Druckfestigkeit einer Taucheruhr wird in bar oder in Metern Tauchtiefe angegeben. Beim Tauchen steigt der Druck pro 10 m Tauchtiefe um 1 bar.

Im alltäglichen Gebrauch ist zu beachten, daß Dichtungen durch zahlreiche Einflüsse beim Tragen einer Armbanduhr mit der Zeit verschleißen bzw. altern und kleine Schmutzpartikel einlagern können. Diese Partikel übernehmen unter Umständen selbst einen Teil der Dichtungsfunktion, wenn die eigentlichen Dichtungselemente bereits größeren Verschleiß zeigen. Tenside von Seifenlaugen oder ähnlichen Reinigungsmitteln können dann solche Partikel ummanteln und leicht herausspülen. Aus diesen Gründen sollte die Dichtigkeit einer Armbanduhr regelmäßig (einmal pro Jahr) kontrolliert werden.

Weißgold, spezielle Legierung bei Sinn

Goldlegierungen werden nicht nur in verschiedenen Feingoldgehalten, sondern auch in verschiedenen Farben angeboten. Durch Veränderung der Legierungsanteile von Kupfer und Silber kann man eine Goldlegierung gelblich, rosé oder rötlich aussehen lassen. Um hochkarätiges Weißgold herzustellen, bedarf es eines zusätzlichen Legierungsbestandteils, der das Gold gleichsam bleicht und wie Stahl oder Silber erscheinen läßt. Früher bediente man sich dafür Nickel. Wegen der wachsenden Allergieprobleme und der darauf reagierenden Euro-Norm 1811, welche die Abgabe von Nickel für alle Schmuckteile, die direkten Hautkontakt haben, seit dem Jahr 2000 gesetzlich begrenzt, wird heute Palladium zugesetzt. Da Palladium aber ein sehr teures Edelmetall ist, wird bei der zugesetzten Menge gerne gespart und die Oberfläche der Schmuckstücke mit einem galvanischen Rhodium-Überzug versehen. Dieser Überzug überdeckt den verbleibenden Gelbstich des Grundmaterials und schützt sie zugleich vor dem Anlaufen.

Bei Sinn setzen wir eine 18kt-Weißgold- Legierung mit 17 % Palladium ein. Aufgrund dieses hohen Palladiumanteils benötigt die Legierung weder einen Anlaufschutz noch eine Kaschierung des Farbtons.

Zeitwaage

Ein Meßinstrument, das den Gang einer Uhr akustisch (also mit Hilfe der Tick-Geräusche) erkennt und auf die übliche Einheit von Sekunden pro Tag extrapolieren kann. Direkt abgelesen werden kann auch der Abfallfehler und die Amplitude. An einer komfortablen Zeitwaage lassen sich außerdem die Vorgänge einer einzelnen Schwingung zeitlich auflösen und graphisch darstellen. Auf diese Weise kann das Gerät zu verschiedenen Diagnosezwecken eingesetzt werden.

Die Meßergebnisse zum Uhrengang sind immer Momentaufnahmen, die außerdem unter Labor-Bedingungen zustandekommen. Aus diesem Grund muß bei einer individuellen Rückerkorrektur der Uhr auch auf die Beobachtungen des jeweiligen Trägers Rücksicht genommen werden.